Die Kopfjäger blasen zum Halali
Die Methoden der Personalberater

Sein Name: Dieter Rickert. Beruf: Kopfjäger. Besonderes Merkmal: der Mann für spezielle Aufträge. Denn bei dem "lonely tiger", wie sich Rickert selbst nennt, klingelt immer dann das Telefon, wenn seine Klienten eine vakante Position im Topmanagement nicht aus eigener Kraft besetzen können.

Für 50 der 100 größten deutschen Unternehmen hat der Umsatzstar unter Deutschlands Headhuntern den Markt nach geeigneten Managern durchforstet.

Rickert zählt zu den wenigen lupenreinen Headhuntern, die gezielt Jagd auf den richtigen Mann für den zu besetzenden Topjob machen. Und von Jagdglück scheint Rickert allenthalben begleitet zu werden. So vermittelte er seinerzeit Daniel Goeudevert von Renault zu Ford Deutschland und bereitete ihm damit die Ausgangsposition für den Sprung an die VW-Spitze, brachte erst kürzlich den Babcock-Manager Peter-Jürgen Kreher als Vorstandsvorsitzenden zum krisengeschüttelten Werkzeugmaschinenbauer Deckel, nachdem er vorher dort für die Ablösung des umstrittenen Aufsichtsratschefs Manfred Emcke durch den sanierungserfahrenen Kajo Neukirchen gesorgt hatte, hievte den unbekannten Gerhard Cromme, heute oberster Krupp-Lenker, auf den Stuhl bei Krupp-Stahl, fand in Peter Karl Schumann den Deutschland-Statthalter der New Yorker Investmentbank Morgan Stanley und fädelte einst den Wechsel von Peter Schutz, dem späteren Porsche-Chef, von Cummins in den USA zu Klöckner-Humboldt-Deutz ein.

Rickerts aktueller Coup: Detlev Rohwedder, Verwaltungsratschef der Ost-Berliner Treuhandanstalt, beauftragte den Kopfjäger mit Sitz im exklusiven München-Grünwald, die Mannschaft des obersten Treuhandmanagers Reiner Gohlke mit Westprofis zu durchsetzen.